Strategien für die Zukunft: Neuausrichtung bei VARTA Microbattery
Ellwangen, 20. Oktober 2008 - Die VARTA Microbattery GmbH richtet ihre Unternehmensstruktur neu aus, um zukunftsfähige Geschäftsfelder zu erschließen und weiter zu wachsen.
Die VARTA Microbattery GmbH richtet ihre Unternehmensstruktur neu aus, um zukunftsfähige Geschäftsfelder zu erschließen und weiter zu wachsen. Dazu wird die Pilotanlage in der PoLiFlex-Produktion stillgelegt sowie in erheblichem Maße in den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für wieder aufladbare Lithium-Technologie am Standort Ellwangen investiert.
Die künftige Unternehmensstruktur basiert auf den drei Bereichen „Mikrobatterien“, wo VARTA Innovationsführer ist, „Solution Providing“, der Entwicklung von Produkten mit ganz speziellem Anforderungsprofil, und „New Generation Lithium (NGL)“, wieder aufladbare Lithium Produkte für wachstumsstarke Segmente wie beispielsweise Automotive, erneuerbare Energien oder Medizintechnik.
Pilotanlage für nachhaltiges Wachstum zu klein
Zum Hintergrund der Neuausrichtung: Rund 85% des Weltmarktes für Lithium-Zellen, zu denen auch die PoLiFlex-Produkte gehören, werden von Massenproduzenten bedient. Die Preise für diese Zellen haben sich – nicht zuletzt durch den Markteintritt asiatischer, speziell chinesischer Anbieter – in den vergangenen Jahren halbiert, in manchen Segmenten sogar gedrittelt.
VARTA Microbattery hat mit ihrer Pilotanlage im Marktsegment für wieder aufladbare Lithium-basierte Batterien weltweit einen Marktanteil von weniger als 0,1%. Dementsprechend fehlt die notwendige Größe, um nachhaltiges Wachstum zu generieren.Darüber hinaus haben sich die aktuellen Entwicklungen an den weltweiten Finanzmärkten als zusätzliche Belastung für das Unternehmen erwiesen.
Für die rund 70 Mitarbeiter, die von der Neuausrichtung betroffenen sind, wird VARTA gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Reihe von Optionen erarbeiten, um neue Perspektiven zu bieten.
Weichen für die Zukunft gestellt
Herbert Schein, neuer Chief Executive Officer und Sprecher der Geschäftsführung der VARTA Microbattery: „Die PoLiFlex-Produktion erwirtschaftet jedes Jahr einen Verlust von mehreren Millionen Euro. Das belastet und gefährdet nicht nur diesen Bereich, sondern das gesamte Unternehmen. Mit der Neuausrichtung haben wir jetzt die Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung in der Zukunft geschaffen.“
Hermann Meysel, Chief Financial Officer der VARTA Microbattery, ergänzt: „VARTA erzielt derzeit eine Rendite vor Steuern von unter drei Prozent. Andere, sich gut entwickelnde Firmenteile sind durch den hohen jährlichen Verlust der PoLiFlex-Produktion betroffen. Und was unter dem Aspekt Standortsicherung am schlimmsten ist: Diese permanenten Verluste würden unsere Fähigkeit zu Investitionen in die Zukunft massiv und nachhaltig einschränken. Jetzt haben wir wieder deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten“.
VARTA Microbattery wird im Jahr 2009 mehr als 5 Mio. EUR am Standort Ellwangen in neue Produktionsanlagen investieren und innovative Produkte wie zum Beispiel die Knopfzelle mit Foliendichtung oder wieder aufladbare Knopfzellen fördern. Die Polymer Aktivitäten bezüglich der SmartCard werden weitergeführt.
Einen sehr hohen Stellenwert wird der neue Bereich Forschung und Entwicklung für innovative wieder aufladbare Lithium-Technologie am Standort Ellwangen einnehmen.